Urteil gegen Matthias Schirmer

Wie in einem früheren Eintrag schon geschrieben wurde, fand am 02.06.2009 eine Verhandlung gegen Matthias Schirmer in Pasewalk statt. Dabei wurde er zu zehn Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung (zwei Jahre) verurteilt und muss zusätzlich eine Strafe von 1000 Euro zahlen.
Matthias hat nicht vor, gegen das Urteil Berufung einzulegen. Das ist auch verständlich, denn allein schon die Anreise nach Pasewalk dürfte äußerst teuer sein.
Matthias wurde zu Anfang April 2008 einberufen. Er hatte sich allerdings für eine Totalverweigerung entschieden und erschien deswegen nicht in der Kaserne. Es folgte eine Festnahme durch Feldjäger und 34 Tage Arrest bis zum Dienstverbot.

Ein Skandal...

Ein Skandal...

Ein Urteil wie zu Zeiten des Kalten Krieges

Das Urteil gegen Matthias Schirmer ist ein Schlag ins Gesicht von Europa und seinen angeblich "freien Bürgern" und den europäischen Bürgerrechten. Man mogelt sich bei der angeblichen Wehrgerechtigkeit mit mit geschönten und selbst gestalteten Zahlen durch, damit man an einer Wehrpflicht festhalten kann, die schon längst von der Zeit überholt ist. Aber die Wehrpflicht ist ein Wunschkind einiger Parteien, leider aber dienen selbst die Parteianhänger sebst selten und studieren lieber gleich nach dem Abitur. So dürfen etwa 43.000 junge Männer dienen bei insgesammt 465.000 gemusterten Jungen Männern eines Jahrganges. Und diejenigen, die das nicht mehr mitmachen wollen wie Matthias Schirmer und andere mutige Staatsbürger werden abgestraft.

Ein schwerer Schlag

Das Urteil ist ein gewaltiger Hieb auch in meine Magengrube. Auch wenn dies jeder Jurist in diesem verkorksten Staat anders sieht, ist dies eine Doppel-, wenn nicht gar Dreifachbestrafung. Er saß im Arrest und musste für seine Freiheit hungern, er muss jetzt 1000 € Strafe zahlen und dazu nochmal 10 Monate auf Bewährung. Es ist ja nicht so, dass man diese absitzen muss, aber es braucht nur etwas Dummes passieren und der nächste Richter sieht sich veranlagt ihn zum Absitzen dieser Strafe zu verdonnern. Ich bin, seitdem ich verurteilt wurde, noch vorsichtiger gewurden, weil ich die Willkür der Justiz kenne und diesen Urteil zeigt einmal mehr, dass vor dem Gesetz niemand gleich ist. Manche sind halt doch gleicher.

Ich würde Berufung oder Revision einlegen, denn das Urteil ist eine Schande. Rechtsmittel würden sogar sehr wahrscheinlich angenommen werden, da der Anwalt von Matze, nachdem sein ehemaliger Anwalt ja kurz vor knapp abgesprungen ist (Glückwunsch, verehrter Herr Verteidiger, falls Sie doch mal in die Verlegenheit geraten, dies hier zu lesen, Sie sind an dem Urteil ganz und gar nicht unschuldig!), kaum genug Zeit gehabt haben dürfte, um sich in den Fall gescheit einarbeiten zu können. Ich hatte im Vorfeld schon mit Matze telefoniert und auch mit seiner Mutter, wobei ich erfahren habe, dass der Richter wohl ein Hardliner ist und auf die Gewissens- und Gleichheitsfrage nicht gut zu sprechen ist. Menschen ohne Gewissen fällt es eben doch schwer anderer Leute Gewissen anzuerkennen.

Ein trauriger Tag
Silvio Walther

Ich bereue es, Deutscher zu sein

Hallo Silvio,
ich stimme Dir voll zu. Mich bedrückt das mit Matthias auch sehr. Ich habe immer mehr das Gefühl, dass man mit uns Deutschen immer härter umgeht. Es werden viele Versuche von Seiten der Union unternommen, die Rechte der Bürger immer mehr zu beschränken und man will auch das Grundgesetz dazu ändern. Wo andere Europäer schon sind, da sind wir noch 30 Jahre hinten dran und es sieht danach aus, dass es noch schlimmer kommt. Ich habe es bereut, dass ich nicht schon vor 25 Jahren in das benachbarte Frankreich umgesiedelt bin, aber unser Entschluss, das jetzt zu tun, steht fest.
Wolfgang

Nun denn, das ist die

Nun denn, das ist die definierte Freiheit in unserem Land. 22 Jahre Straffrei. Über 6 Jahre für das Land arbeiten und über 50% seines Lohnes abgeben ist nicht genug und logisch. Stattdessen muss der Arbeitsplatz noch gefährdet werden in den heutigen Zeiten und zusätzlich wird man mit der Bezahlung auf die kommende Arbeitslosigkeit und die zukünftige Schmarozerschaft bei den anderen Bürgern vorbereitet.

Entschuldigung für den Etwas Ironischen Text. Aber nun ja so sieht Gerechtigkeit aus. Ein Vergewaltiger bekommt das selbe Strafmass denn er kann ja geheilt werden ;).

Wie du schon sagtest Bled, leider kann ich mir die erneuten kosten für Gericht, Anreise und den Zeitausfall bei der Arbeit nicht leisten. Deshalb muss ich das Urteil akzeptieren. Aber ich bin dankbar für diese Erfahrung. Und passend dazu sah ja auch das EU wahlergebnis aus. Man kann nur noch resignieren und dem großen wackligen Gebilde, Deutschland, nur noch erstaunt zusehen, wie lange es wohl noch stehen wird.

MfG Matthias.